Erweiterung von StormFishers Biogasanlage in London, Kanada trägt zur Ökologisierung von Ontarios Gasversorgung bei

Die bisher grösste Membran-Gasaufbereitungsanlage von Hitachi Zosen Inova (HZI) wurde vor kurzem an den Kunden StormFisher übergeben, der seinerseits mit Enbridge Gas zusammen daran arbeitet, kohlenstoffarmes Bioerdgas in Enbridge Gas‘ Erdgasverteilungsnetz in Ontario, Kanada einzuspeisen und die mit der Übernahme des operativen Betriebs nun ihren Business Case erweitern kann. Bei dem Projekt, das in London, Kanada realisiert wurde, handelt sich nicht nur im Hinblick auf die Grössenordnung um einen besonderen Auftrag.

Stromerzeugung aus Abfallverwertung – in der kanadischen Stadt London im südlichen Teil der Provinz Ontario ist das nichts Neues. Die dortige Abfallverwertungsanlage vergärt bereits seit Jahren regionale biogene Abfälle aller Art zu Biogas, das in einem Blockheizkraftwerk verstromt wird. Nun aber wird daraus auch erneuerbares Erdgas erzeugt: Biomethan. Die Technik hierfür lieferte Hitachi Zosen Inova über die deutsche Konzerngesellschaft HZI BioMethan, die auf die Entwicklung und Konstruktion von Gasaufbereitungsanlagen spezialisiert ist und diese mit zwei Verfahren anbietet.
In London erfolgt die Biomethanerzeugung mittels membranbasierter Gaspermeation: Unter Druckbeaufschlagung wird das Biogas in Module mit Hohlfasern aus Hochleistungskunststoff eingeleitet. Darin wird im Biogas enthaltenes Kohlenstoffdioxid (CO2) vom Methan abgetrennt, dieses am Ende des Prozesses abgezogen und in Erdgasqualität an die Einspeisestation des örtlichen Gasnetzbetreibers übergeben.

Es ist in Kanada die erste Gasaufbereitungsanlage, in der dieses Verfahren zum Einsatz kommt. Sie ermöglicht Aufbereitungskapazitäten von 360 – 1‘200 Nm³/h Rohbiogas. Diese Flexibilität stellt eine Besonderheit der Anlage dar. Der Kunde kann so Biogas-Überkapazitäten in der Gasaufbereitung verwerten und zusätzliche Energie erzeugen. StormFisher plant, die Müllannahmemengen sukzessive zu erweitern, damit nach und nach auch mehr Biogas in die Membrananlage gefahren werden kann. Entsprechend war die Variabilität der Anlagesteuerung ein wesentlicher Faktor bei der Auftragsvergabe. Die HZI-Anlage deckt eine Range von 30 – 100 % Feedkapazität ab.

Mit diesem Projekt optimiert der Kunde somit das nachhaltige Ressourcenmanagement in der Region. Gleichzeitig leistet er auch einen Beitrag zur Klimapolitik der kanadischen Regierung sowie zur globalen Dekarbonisierung.

Pilotprojekt für den nordamerikanischen Raum
Der Anlagenbau in Kanada war für HZI BioMethan das erste InterCompany-Projekt innerhalb des Konzerns: Der deutsche Gasaufbereitungspionier entwickelte und realisierte das Projekt gemeinsam mit HZI Canada in Toronto und HZI US, der Niederlassung in Knoxville, Tennessee. Mit der Technologieanpassung an die örtlichen Marktanforderungen gemäss ASME Code (American Society of Mechanical Engineers) sowie kanadischem Standard wurden die Voraussetzungen für weiteres Wachstum in den Märkten USA und Kanada geschaffen. Mittlerweile arbeiten der kanadische Projektentwickler und HZI bereits an einer weiteren Kooperation zur Biomethanerzeugung.

Ein zweites InterCompany-Projekt entsteht derzeit in Südkalifornien. Hier kommt neben der Biogasaufbereitung eine weitere Technologie zum Einsatz, die der HZI-Konzern in der Sparte Renewable Gas anbietet: Biogaserzeugung mit Kompogas®-Trockenvergärung. Die Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen gewinnt nicht nur in diesem US-Bundesstaat zunehmend an Bedeutung. Mit HZIs strategischer Ausrichtung, auch im Bereich von erneuerbaren Gasen immer mehr als Generalunternehmer zu fungieren, der sämtliche Technologien zur Erzeugung und Verwertung erneuerbarer Gase im Portfolio hat, stehen Lösungen für alle Anwendungsfälle und Bedarfe zur Verfügung.

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