In Moskau entstehen vier Energy-from-Waste-Anlagen. Ein Konsortium bestehend aus dem Schweizer Cleantech-Unternehmen Hitachi Zosen Inova und dem russischen Technologieunternehmen ZiO-Podolsk hat vom Kunden, der russischen Betreibergesellschaft Alternative Generating Company, den Zuschlag für das Projekt erhalten. Die Anlagen verarbeiten den Abfall von rund 5 Mio. Einwohnern der russischen Hauptstadt und tragen so massgeblich zur Reduktion und zum Abbau der Abfalldeponien bei. Gleichzeitig liefern sie den Strom für rund 1.5 Mio. Einwohner.

Die russische Betreibergesellschaft Alternative Generating Company (AGC-1) und ein Konsortium des schweizerisch-japanischen Cleantech-Unternehmens Hitachi Zosen Inova (HZI) sowie des Technologieunternehmens ZiO-Podolsk, einer Tochter der russischen Atomenergomash (AEM), haben am 11. Juli 2019 den Vertrag zum Bau von vier Energy-from-Waste-Anlagen (EfW) in Moskau unterschrieben. Innerhalb dieser Grossprojekte liefern HZI und AEM die komplette Prozesstechnologie, welche auch die moderne HZI Feuerungs- und Abgasbehandlungstechnik beinhaltet. Zudem sind sie für diverse übergeordnete Dienstleistungen und Überwachungsprozesse verantwortlich. Für HZI ist dies das erste Projekt in Russland.

Moskaus Kampf gegen Mülldeponien
Für Moskau und Russland im Allgemeinen ist die Implementierung von EfW-Anlagen relativ neu. Innerhalb der nächsten Jahre entstehen auf Moskauer Stadtgebiet insgesamt vier EfW-Anlagen (Moscow 1-4). Bereits haben die Bauarbeiten für das erste Projekt, rund 80 km südöstlich des Stadtzentrums, begonnen. Die vier Anlagen sind Bestandteil des 2017 lancierten „Green Tariff“, eines Programmes zur Förderung erneuerbarer Energien. Neben den Subventionen finanziert sich die entstehende Anlage durch die Entsorgungsgebühren, die Stromvermarktung sowie den Verkauf der Rostasche.

Die EfW-Installationen unterstützen die Stadt dabei, ihre Abfallwirtschaft zu optimieren und die zahlreichen Mülldeponien kontinuierlich abzubauen und stillzulegen. Pro Anlage werden jährlich 700‘000 Tonnen oder total 2.8 Mio. Tonnen Abfall – das Volumen von ca. 5 Mio. Einwohnern – verarbeitet und daraus je bis zu 75 MW elektrische Energie erzeugt, wovon der grösste Teil ins Netz eingespeist wird und so zur Stromversorgung von rund 1.5 Mio. Einwohnern der russischen Metropole beiträgt. Dazu sagt Andrey Shipelov, CEO von RT-Invest: „Die Integration der EfW-Technologie ist ein wichtiger Meilenstein bei der Einführung einer fortschrittlichen und nachhaltigen Abfallwirtschaft in Russland. Als Unternehmen sind wir stolz, mit dem Bau und Betrieb der Moskauer Anlagen ein wichtiges Fundament dafür zu legen.“ Bruno-Frédéric Baudouin, CEO von HZI fügt hinzu: „Wir freuen uns, dass wir ausgewählt wurden, unsere eigene, erprobte Technologie für die EfW-Anlagen liefern zu dürfen und damit Teil dieser für Russland so wichtigen Projekte zu sein.“

Bewährte Technologie auf lokale Bedürfnisse angepasst
Die vier Anlagen verfügen über ein ähnliches Design und werden mit der erstklassigen HZI-Technologie ausgestattet, wie sie auch in mehreren hundert Installationen weltweit im Einsatz ist. Dazu gehören die Verbrennung mit dem HZI Grate, der Wasser-Dampf-Kreislauf sowie eine mehrstufige Abgasreinigung, welche sämtliche Europäischen Emissionsstandards einhält und die aktuellen Grenzwerte gar merklich unterschreitet.

Geografisch bedingt stellen die Anlagen zusätzliche Anforderungen an den Bau und die technischen Installationen. „Wetter und Klima verhalten sich hier anders als beispielsweise in Zentraleuropa“, erklärt Urs Altenburger, verantwortlicher Sales Manager von HZI. „Dem zollen wir mit expliziten baulichen Massnahmen Respekt“, sagt er weiter. So werden gewisse technische Installationen, die normalerweise im Aussenbereich zu stehen kommen, in einen Innenbereich verlegt, um sie so vor extremer Kälte im Winter zu schützen.

Lokale Wirtschaftsförderung
Für die Region Moskau birgt der Bau der vier EfW-Anlagen nicht nur Vorteile hinsichtlich des Abfall-Managements. Auch die lokale Wirtschaft profitiert von den Grossprojekten: Grosse Teile des Equipments und der Werkstoffe stammen aus Russland. Zudem wird eine Vielzahl an Arbeitsplätzen geschaffen. Der Betrieb einer fertigen Anlage bietet rund 130 Mitarbeitenden eine Beschäftigung; während des Baus werden zu Spitzenzeiten pro Anlage ca. 800 Personen auf der Baustelle tätig sein.

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