Hitachi Zosen Inova BioMethan GmbH (HZIB) erhielt den Zuschlag für den Bau einer Anlage, die Klärschlamm zu hochwertigem Biomethan aufbereitet. Die Anlage entsteht auf dem Gelände des Hamburger Klärwerks im Hafen der Hansestadt und stellt aufgrund der maritimen Umgebung besondere Anforderungen an den Anlagenbauer.

Mit einem nachhaltigen Energiekonzept deckt das Hamburger Klärwerk seinen Energiebedarf an Strom und Wärme vollständig aus Eigenerzeugung. Hierfür kommen neben Wind- und Sonnenkraft auch Klärschlamm und Faulgas zum Einsatz. Strom- und Wärmeüberschüsse werden in das allgemeine Stromversorgungsnetz eingespeist bzw. an Betriebsgebäude und Werkstätten eines benachbarten Unternehmens geliefert. Etwa 10 Prozent des Faulgases werden bereits zu Biomethan aufbereitet und in das Erdgasnetz eingespeist. Dieser Anteil soll nun ausgebaut und daher eine weitere Aufbereitungsanlage am Standort Köhlbrandhöft errichtet werden.

Kompetenz für besondere Anforderungen
Den Auftrag für den Bau dieser Anlage erhielt der Zevener Spezialist für Gasaufbereitungsanlagen HZI BioMethan (HZIB). Das Projekt stellt besondere Anforderungen an den Korrosionsschutz. Denn in der maritimen Betriebsumgebung ist die Gasaufbereitung salzhaltiger Luft, hoher Luftfeuchtigkeit, Emissionen der Klärwerksanlagen sowie Brackwasser ausgesetzt. Darüber hinaus weist der Feedgasstrom aus der Abwasseraufbereitung eine anspruchsvolle Gaszusammensetzung auf.
HZIB konnte den Kunden, HAMBURG WASSER, in der öffentlichen Ausschreibung aus mehreren Gründen überzeugen – nicht zuletzt auch wegen der langjährigen Erfahrung im Bereich der Gasaufbereitungstechnologien. HZIB realisiert wirtschaftliche Anlagentechnik basierend auf der drucklosen Aminwäsche, die über flexible Aufbereitungsleistung verfügt. Dies war ein wesentlicher Aspekt in der Entscheidungsfindung, da die Hamburger Anlage mit einem schwankenden Faulgas-Nennvolumenstrom von 600-1.500 Nm³/h umgehen muss.

Ein weiterer Aspekt war die räumliche Nähe der Projektpartner für eine schnelle Projektabwicklung mit kurzen Reaktionszeiten bei Vor-Ort-Arbeiten.
Der Auftrag umfasst eine Gastransporteinheit bestehend aus Druckerhöhung und Kühlung, einen Kondensatschacht, je eine redundante Aktivkohleanlage zur H2S-Entfernung sowie zur VOC-Entfernung, Fundamente, die Aminwäsche-Gasaufbereitung mit einer Aufbereitungskapazität von bis zu 1.500 Nm³/h Rohgas und eine Adsorptionstrocknungsanlage. Das in der Anlage produzierte Biomethan wird ins lokale Erdgasnetz eingespeist, wovon die gesamte Bevölkerung profitiert.

Projektauftakt war in diesem Sommer. Mitte April 2019 wird die Montage abgeschlossen und zwei Monate später das Projekt fertiggestellt sein.

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